Betrügerische Emails versprechen günstigen Kredit

Nicht nur Deutsche, sondern z.B. auch Schweizer bekommen Emails von Betrügern, in denen günstige Kredite versprochen werden, berichtet der Schweizer „Blick“:
„..Ein fettes Darlehen zu ­einem Minizins, Sicherheiten sind nicht nötig. Mit solchen Versprechungen per E-Mail und in schlechtem Deutsch ziehen Gauner gutgläubigen Schweizern Hunderttausende Franken aus der Tasche. Denn statt den Kredit zu zahlen, treiben sie Gebühren ein. Vom Darlehen sehen die Opfer keinen Rappen. Vorschussbetrug nennt die Polizei die Masche.
Auch BLICK bekam per Mail ein solches Angebot – und liess sich zum Schein darauf ein. Hier das Protokoll: «Haben Sie Kredit brauchen, um Ihre finanziellen Bedürfnisse zu befriedigen?», schreibt jemand von der Firma LendingTree Financial Solutions in holprigem Deutsch. «Kommt grosse Darlehen Angebot, herzliche Grüsse Adrian Lisa Williams.»
Tatsächlich gibt es in den USA ein Kreditvermittlungs-Unternehmen mit diesem Namen. Die Gauner verwenden im Mailverkehr dessen Logo und Adressdaten – nur die Mailadresse stammt nicht von der US-Firma.
Ich schreibe Adrian Lisa Williams meine Darlehens-wünsche: 350 000 Franken für die Dauer von zehn Jahren. Kurz darauf folgt das Angebot: Der Jahreszins betrage 1,1 Prozent. Erst nach einem Jahr werde die erste Rückzahlungsrate fällig. Sobald ich neben persönlichen Angaben einen Scan meines Personalausweises oder Führerscheins gemailt habe, «werden wir die Verarbeitung ihrer Transaktion starten».
Ich schicke den Scan meines SBB-Halbtaxabos. Nach einer Sicherheit fragt niemand. «Unsere Dienstleistungen auf Vertrauen und Ehrlichkeit.» Minuten später erhalte ich die Bestätigung, dass die Transaktion verarbeitet wurde. Doch würden nun – «müssen Sie verstehen» – 521 Euro Gebühren für die Registrierung der Dienstleistung fällig. Danach werde das Darlehen überwiesen.
Ich verlange einen Darlehensvertrag. Nach zehn Stunden: «Leisten Sie bitte die Zahlung der 521 Euro, wie verwiesen.» Im Anhang erhalte ich von einer angeblichen Londoner Anwaltskanzlei mit dem Namen Mario & Carmen meinen Vertrag. Vor einer Kanzlei mit demselben Schriftzug – allerdings aus Madrid – wird im Internet im Zusammenhang mit betrügerischen Lotto-Gewinnversprechen gewarnt.
Man fordert mich weiter auf, das Geld zu überweisen. Aber nicht in die USA, an den offiziellen Firmensitz, sondern auf ein Römer Konto. «Wir haben eine Postbank zwischengeschaltet, um Geld von den europäischen Ländern zu empfangen», erklärt Williams. Auf meinen Vorschlag, das Geld gleich beim Darlehen abzuziehen, erhalte ich keine Antwort.
Nun fange ich an, unbequeme Fragen zu stellen. Unter anderem nach der falschen Mail­adresse. Die Antwort: «Meinst du das ernst, diesen Kredit zu bekommen? Oder Sie wollen einfach nur Spiel mit uns spielen?» Die Kommunikation bricht ab.
Bei der Zürcher Kantonspolizei ist die Masche seit Anfang der 80er-Jahre bekannt: «Ob angebotene Mietwohnungen, Erbschaften oder Kreditanträge – es geht immer darum, dass für eine angeblich günstige Gelegenheit eine Vorauszahlung gefordert wird», sagt Mediensprecher Stefan Oberlin…“

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